Testschrift Frankenstudio  "Rückblicke"

 

In den Grußworten anläßlich der Eröffnungsfeier wurde der mühevolle Aufbau des Frankenstudios als ein großartiges, kostbares Vermächtnis an uns alle, besonders aber auch an die Jugend bezeichnet. Dr. Andreas Pampuch selbst widmete die ehemalige Sammlung heimatkundlicher Arbeiten und Kunstgegenstände vor allem der Jugend, allen Gruppen, die an die Heimat herangeführt werden wollen und nicht zuletzt der Sickershäuser Bevölkerung.

Und sogleich konnte sich das Frankenstudio einer überaus herzlichen Inanspruchnahme erfreuen. Die unterschiedlichsten Interessengruppen besuchen die heimeligen Räumlichkeiten, um in der Form einer Tagung, einer Führung oder eines Vortrages allgemeine und spezielle Fragen der Landes- und Volkskunde sowie der praktischen Heimatpflege zu erörtern.

Auch die wöchentlichen Sprechtage waren gut besucht, zumeist von Studenten, Schülern sowievielen Heimatforschern und Personen, die Materialien in Bezug auf landes- und volkskundliche Problemfragen suchen.

Es mag niemand verwundern, welch schmerzlichen Verlust dem Frankenstudio erwuchs, als sein Begründer am 20. November 1983, kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres, völlig unerwartet verstarb.

Nahezu ein halbes Jahr blieb das Frankenstudio verwaist.

Die Bestände, bestehend aus den Staatsexamensarbeiten, den Seminararbeiten und der Heimatbücherei waren testamentarisch als Stiftung an die Stadt Kitzingen übergegangen. Alle anderen Gegenstände der Volkskunstsammlung und der Lehrsammlungen gingen wenig später als Schenkung von der Witwe, Charlotte Pampuch, an die Stadt über.

Nach mehreren Monaten der Inventarisierung konnte das Frankenstudio am 6. Juli 1984 wiedereröffnet werden. Als neuer Betreuer konnte der Lehrer Rudolf Krauß gewonnen werden, ein gebürtiger Kitzinger, der Dr. Pampuch an der Pädagogischen Hochschule in Würzburg kennengelernt hatte und der am Aufbau des Frankenstudios beteiligt war.

Die Arbeit im Frankenstudio wurde im Sinne seines Begründers, Dr. Pampuch, weitergeführt.

Schon bald wurden die Einrichtungen des Frankenstudios wieder von der Bevölkerung in Anspruch genommen, wenn auch nicht mehr in dem überwältigenden Umfang wie zu Zeiten seines Begründers.

Übersicht über die Tagungen - Führungen - Kindernachmittage - Besuche im Frankenstudio ab 1977 Klicke hier!!

Von Januar 1985 an wurde die Heimatbücherei in eine Leihbücherei umgewandelt. Die überwiegend fränkische Literatur über Landschaft, Heimatgeschichte und Volkskunst, Mundart und Musik, etc. kann seitdem unentgeltlich entliehen werden.

In die über 200 Staatsexamensarbeiten und 700 Seminararbeiten kann jedoch nach wie vor nur Einsicht genommen werden.

Durch den recht erfreulichen Besuch des Frankenstudios, vor allem durch Kinder und Jugendliche im Rahmen der Kitzinger Ferienpaßaktion, lag bald die Idee auf der Hand, durch regelmäßige Veranstaltungen das ganze Jahr hindurch diesen Personenkreis in das Frankenstudio einzuladen, um die Jugend mit heimatgeschichtlichen, heimatkundlichen und naturkundlichen Themen vertraut zu machen.

So starteten im Oktober 1985 die sogenannten Kindernachmittage, die sich seitdem eines regen Zuspruchs erfreuen und deren Teilnehmerzahl am Anfang beschränkt werden mußte, da die vorhandenen Räumlichkeiten des Frankenstudios dies erforderlich machten.

Themen wie "Wie sah Kitzingen im Mittelalter aus?"; Wie füttere ich Vögel im Winter?"; "Vom Leben unserer Vorfahren in der Steinzeit"; "Vom Aufbau unserer Heimaterde"; "Wie Sickershausen zu seinem Namen kam?", aber auch Exkursionen in Museen der Umgebung oder zu alten handwerklichen Betrieben und nicht zuletzt vorweihnachtliche Bastelnachmittage versuchen die jugendlichen Besucher auf vielfältigen Wegen für ihre Heimat aufgeschlossen zu machen.

Die Stadt Kitzingen trägt großzügig die entstehenden Kosten, aber auch Kitzinger Geldinstitute und Firmen zeigen sich gegebenenfalls spendabel.